Die 13 Organe: Kompaktwissen für die Heilpraktiker-Prüfung
🎧 Die 13 Organe kompakt: Dein Prüfungswissen für die Hosentasche
🎯 Willkommen und Überblick
Hallo und herzlich willkommen zu dieser kompakten Lerneinheit für deine mündliche Heilpraktiker-Prüfung. In den nächsten Minuten gehen wir die dreizehn wichtigsten Organe des menschlichen Körpers durch. Wir nutzen dabei ein klares, immer wiederkehrendes Raster, das dir auch in der Prüfungssituation als roter Faden dienen kann: Wir sprechen über die Lage, den Aufbau, die Blutversorgung, die Funktion und schließlich über die prüfungsrelevanten Erkrankungen inklusive der wichtigsten Notfälle.
Leg dir dieses Wissen als mentalen Werkzeugkasten zurecht. Am besten hörst du dir diese Folge mehrmals an, um die Fakten tief im Gedächtnis zu verankern. Lass uns direkt mit dem Motor unseres Lebens starten.
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🫀 1. Das Herz
Das Herz liegt im Mittelfellraum, auch Mediastinum genannt, leicht nach links versetzt zwischen der zweiten und fünften Rippe. Die Herzspitze zeigt nach links unten und ist im fünften Zwischenrippenraum tastbar.
Das Herz besteht aus zwei Vorhöfen und zwei Kammern, die durch drei Wandschichten geschützt werden: das äußere Epikard, das muskuläre Myokard und das innere Endokard. Vier Klappen regeln den Blutfluss: die Mitralklappe links, die Trikuspidalklappe rechts sowie die beiden Taschenklappen, die Aorten- und die Pulmonalklappe.
Die Blutversorgung erfolgt über die Koronararterien. Die rechte Koronararterie versorgt die Hinterwand und meist den AV-Knoten. Die linke teilt sich in den Ramus interventricularis anterior für die Vorderwand und den Ramus circumflexus für die Seitenwand. Ganz wichtig für die Prüfung: Die Herzkranzgefäße werden fast ausschließlich während der Diastole, also der Entspannungsphase, durchblutet.
Die Funktion basiert auf dem Reizleitungssystem: Der Sinusknoten ist der primäre Schrittmacher mit sechzig bis achtzig Schlägen pro Minute. Es folgt die verzögerte Weiterleitung über den AV-Knoten, das His-Bündel, die Tawara-Schenkel und schließlich die Purkinje-Fasern.
Bei den Erkrankungen musst du die Koronare Herzkrankheit mit der belastungsabhängigen, reversiblen Angina pectoris kennen. Beim Herzinfarkt hingegen tritt ein vernichtender Schmerz auf, der oft in den linken Arm ausstrahlt. Diagnostisch steigt das Troponin nach drei bis sechs Stunden an. Das ist ein absoluter Notfall! Weitere Themen sind die Herzinsuffizienz nach der NYHA-Klassifikation, das Vorhofflimmern mit hoher Schlaganfallgefahr sowie der hypertensive Notfall mit Blutdruckwerten über 180 zu 120 Millimeter Quecksilbersäule und drohenden Organschäden.
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🧪 2. Die Leber
Die Leber liegt im rechten Oberbauch, direkt unter dem Zwerchfell, und reicht bis zur Mittellinie.
Sie ist in einen großen rechten und einen kleineren linken Lappen unterteilt, die durch das Sichelband getrennt sind. Die funktionelle Einheit ist das Leberläppchen mit den Hepatozyten.
Die Blutversorgung ist eine physiologische Besonderheit: Die Leber erhält Blut aus zwei Quellen. Fünfundsiebzig Prozent fließen über die Pfortader – dieses Blut ist nährstoffreich, aber sauerstoffarm. Nur fünfundzwanzig Prozent kommen über die Leberarterie, die sauerstoffreiches Blut liefert. Diese doppelte Versorgung schützt das Organ effektiv vor Durchblutungsstörungen.
Als Stoffwechselzentrale reguliert die Leber Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße. Sie ist für die Entgiftung zuständig, produziert die Galle und bildet Gerinnungsfaktoren. Letzteres erklärt, warum bei Leberschäden der Quick-Wert sinkt beziehungsweise der INR-Wert steigt.
Prüfungsrelevante Erkrankungen sind die Hepatitis-Formen A bis E, wobei B und C chronisch werden können. Die Leberzirrhose, meist durch Alkohol bedingt, wird nach Child-Pugh klassifiziert. Achte auch auf die Fettleber, Gallensteine mit kolikartigen Schmerzen und die hepatische Enzephanopathie, bei der ansteigendes Ammoniak im Blut zu Verwirrung bis hin zum Koma führt.
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🧼 3. Die Niere
Die Nieren liegen paarig rechts und links der Wirbelsäule im Retroperitonealraum auf Höhe des zwölften Brust- bis dritten Lendenwirbels.
Der Aufbau zeigt die äußere Nierenrinde mit den Glomeruli und das innere Nierenmark mit den Henle-Schleifen. Die kleinste funktionelle Einheit ist das Nephron – davon besitzen wir etwa eine Million pro Niere.
Die Nierenarterie entspringt direkt aus der Bauchaorta. Die Nieren erhalten zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent des gesamten Herzminutenvolumens. Das ist, gemessen am Gewicht, die stärkste Durchblutung aller Körperorgane.
Die Hauptfunktion ist die Filtration im Glomerulus und die Rückresorption im Tubulussystem. Zudem regulieren die Nieren den Blutdruck über das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System und bilden das Hormon Erythropoetin für die Blutbildung.
Wichtige Erkrankungen sind der Harnwegsinfekt, meist durch E. coli, und Nierensteine mit heftigen Flankenschmerzen. Die Glomerulonephritis zeigt sich durch Blut und Eiweiß im Urin. Die chronische Niereninsuffizienz wird anhand der glomerulären Filtrationsrate in fünf Stadien eingeteilt. Das akute Nierenversagen wird in prärenale, renale und postrenale Ursachen unterteilt und ist wegen der Gefahr einer lebensgefährlichen Hyperkaliämie, also zu viel Kalium im Blut, immer ein Notfall.
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🧬 4. Das Pankreas
Die Bauchspeicheldrüse liegt quer im Oberbauch. Ihr Kopf schmiegt sich an das Duodenum, den Zwölffingerdarm, während der Schwanz bis zur Milz reicht.
Das Organ besteht zu achtzig Prozent aus exokrinem Gewebe, das Verdauungsenzyme produziert, und zu zwanzig Prozent aus endokrinem Gewebe, den Langerhans-Inseln mit ihren Alpha-, Beta- und Delta-Zellen.
Die Blutversorgung erfolgt am Kopf über Äste der Magen-Darm-Arterie, während Körper und Schwanz von der Milzarterie versorgt werden.
Exokrin produziert das Pankreas Enzyme wie Amylase und Lipase in inaktiver Form, die erst im Darm aktiviert werden. Endokrin steuert es über Insulin und Glukagon den Blutzuckerspiegel.
Bei der akuten Pankreatitis tritt ein typischer, gürtelförmiger Oberbauchschmerz auf. Die Lipase ist hier der spezifischere Laborwert. Die chronische Pankreatitis führt langfristig zum Funktionsverlust. Beim Diabetes mellitus unterscheiden wir den absoluten Insulinmangel bei Typ eins und die Insulinresistenz bei Typ zwei. Die diabetische Ketoazidose ist ein lebensbedrohlicher Notfall, erkennbar an der tiefen Kussmaul-Atmung und dem typischen Azetongeruch der Atemluft.
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🛡️ 5. Die Milz
Die Milz liegt gut geschützt im linken Oberbauch unter dem Zwerchfell auf Höhe der neunten bis elften Rippe. Im gesunden Zustand ist sie nicht tastbar.
Sie gliedert sich in die rote Pulpa für die Blutfiltration und die weiße Pulpa, die eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielt.
Die Blutversorgung erfolgt über die stark geschlängelte Milzarterie, einen Hauptast des Truncus coeliacus.
Die Milz baut überalterte Erythrozyten ab, speichert Thrombozyten und schützt uns vor bekapselten Bakterien wie Pneumokokken.
Eine Splenomegalie, also eine Milzvergrößerung, tritt häufig bei portalem Hochdruck oder dem Pfeifferschen Drüsenfieber auf. Die Milzruptur ist ein lebensgefährlicher Notfall mit inneren Blutungen, bei dem der Schmerz oft in die linke Schulter ausstrahlt. Nach einer operativen Milzentfernung besteht die Gefahr des OPSI-Syndroms, einer lebensbedrohlichen Infektion, weshalb betroffene Patienten dringend gegen Pneumokokken geimpft werden müssen.
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🌀 6. Der Darm
Der Darm unterteilt sich in den Dünndarm mit Duodenum, Jejunum und Ileum sowie den Dickdarm mit Colon, Sigma und Rektum.
Die Darmwand besteht aus vier Schichten: Schleimhaut, Submukosa, Muskelschicht und Serosa. Der Dünndarm besitzt Zotten und Krypten zur enormen Oberflächenvergrößerung.
Die obere Eingeweidearterie versorgt den Dünndarm und das rechte Colon, die untere das linke Colon. Die Grenzzone an der linken Kolonflexur ist besonders anfällig für Durchblutungsstörungen.
Die Funktion umfasst die Nährstoffresorption im Dünndarm sowie die Wasserresorption und Stuhlformung im Dickdarm. Zudem beherbergt der Darm den Großteil unseres Immunsystems.
Wichtige Erkrankungen sind die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen: Morbus Crohn betrifft diskontinuierlich alle Wandschichten, bevorzugt im terminalen Ileum. Colitis ulcerosa verläuft kontinuierlich, betrifft nur die Schleimhaut und beginnt immer im Rektum mit blutig-schleimigen Durchfällen. Die Appendizitis zeigt den klassischen Schmerzwanderungseffekt in den rechten Unterbauch. Der Ileus, also der Darmverschluss, ist ein akuter Notfall mit Stuhl- und Windverhalt.
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🧬 7. Die Geschlechtsorgane
Die weiblichen Keimdrüsen, die Eierstöcke, liegen im kleinen Becken seitlich der Gebärmutter. Die männlichen Hoden befinden sich im Hodensack, die Prostata liegt unter der Harnblase vor dem Rektum.
Bei der Blutversorgung gibt es eine wichtige anatomische Besonderheit: Die linke Hoden- beziehungsweise Eierstockvene mündet im rechten Winkel in die linke Nierenvene. Durch diesen ungünstigen Abflusswinkel entsteht links ein höherer Druck, weshalb eine Varikozele, also eine Krampfader am Hoden, fast immer auf der linken Seite auftritt.
Die Funktion umfasst den weiblichen Zyklus, gesteuert durch FSH und LH, sowie die Spermatogenese beim Mann, die etwa 74 Tage dauert.
Zu den Erkrankungen gehört die Extrauteringravidität, also eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter, die bei einer Ruptur lebensgefährlich ist. Die Endometriose verursacht zyklusabhängige Schmerzen. Die Adnexitis ist eine Entzündung von Eileiter und Eierstock. Beim Mann sind das Prostatakarzinom und die gutartige Prostatahyperplasie von zentraler Bedeutung.
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🫁 8. Die Lunge
Die rechte Lunge besitzt drei Lappen, die linke aufgrund des Platzbedarfs des Herzens nur zwei. Beide Lungenflügel liegen in der Brusthöhle, umgeben von der Pleura.
Der Atemweg verzweigt sich von der Trachea über die Bronchien bis hin zu den rund dreihundert Millionen Alveolen, den Lungenbläschen.
Auch hier finden wir eine doppelte Blutversorgung: Der Funktionskreislauf über die Lungenarterien dient dem Gasaustausch. Der Versorgungskreislauf über die Bronchialarterien ernährt das Lungengewebe selbst.
Die Funktion ist der Gasaustausch an der alveolokapillären Membran. Gesteuert wird die Atmung über das Atemzentrum im verlängerten Rückenmark, das primär auf den Kohlendioxid-Partialdruck im Blut reagiert.
Erkrankungen sind die Pneumonie mit Fieber und Atemnot, das Asthma bronchiale mit seiner reversiblen Obstruktion und die COPD, bei der die Verengung irreversibel ist. Die Lungenembolie ist ein akuter Notfall, meist ausgelöst durch eine tiefe Beinvenenthrombose. Der Spannungspneumothorax erfordert eine sofortige Entlastung. Die Tuberkulose unterliegt einer strengen gesetzlichen Meldepflicht und dem Behandlungsverbot für Heilpraktiker.
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🛡️ 9. Die Haut
Die Haut ist mit einer Fläche von bis zu zwei Quadratmetern das größte Organ unseres Körpers.
Sie ist dreischichtig aufgebaut: Epidermis, Dermis und Subkutis. Wichtig für die Prüfung: Die Epidermis, also die Oberhaut, besitzt keine eigenen Blutgefäße und wird ausschließlich durch Diffusion aus der darunterliegenden Lederhaut versorgt.
Die Blutversorgung erfolgt über feinste Gefäßgeflechte in der Lederhaut, die auch für die Thermoregulation entscheidend sind.
Die Haut dient als Schutzbarriere, reguliert unsere Körpertemperatur und synthetisiert unter UV-Licht Vitamin D.
Wichtige Erkrankungen sind die Neurodermitis mit starkem Juckreiz in den Beugen, die Psoriasis mit silbrigen Schuppenplaques und das bakterielle Erysipel, das sich durch eine scharf begrenzte Rötung und Fieber zeigt. Beim malignen Melanom hilft dir die ABCDE-Regel bei der Beurteilung. Der Herpes zoster, die Gürtelrose, ist eine Reaktivierung des Windpockenvirus und verläuft streng entlang eines Dermatoms.
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👁️ 10. Das Auge
Das Auge liegt gut geschützt in der knöchernen Augenhöhle, eingebettet in einen Fettkörper.
Der Augapfel besteht aus drei Schichten: der äußeren Augenhaut mit Hornhaut und Lederhaut, der mittleren Augenhaut mit der Aderhaut sowie der inneren Augenhaut, der Netzhaut oder Retina.
Die Blutversorgung erfolgt über die Arteria ophthalmica. Die Netzhautarterie ist eine funktionelle Endarterie. Das bedeutet: Bei einem Verschluss gibt es keine Umgehungskreisläufe, was unweigerlich zur Erblindung des betroffenen Auges führt.
Die Funktion basiert auf der Lichtbrechung durch Hornhaut und Linse sowie der Bildverarbeitung durch die Stäbchen und Zapfen auf der Netzhaut.
Beim Glaukom, dem grünen Star, kommt es zu einer Schädigung des Sehnervs, oft durch erhöhten Augeninnendruck. Ein akuter Glaukomanfall ist ein hochakuter Notfall! Der graue Star bezeichnet die schmerzlose Linsentrübung. Die Netzhautablösung äußert sich durch schmerzlose Lichtblitze und einen herabsinkenden schwarzen Vorhang und muss sofort augenärztlich versorgt werden.
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👂 11. Das Ohr
Das Ohr gliedert sich in das äußere Ohr, das Mittelohr mit dem Trommelfell und den Gehörknöchelchen sowie das Innenohr.
Das Innenohr wird durch die Arteria labyrinthi versorgt, ebenfalls eine funktionelle Endarterie. Dies macht das Hörorgan extrem empfindlich für Durchblutungsstörungen.
Die Funktion teilt sich auf in die Schallleitung im Mittelohr, die Schallempfindung in der Cochlea des Innenohrs und den Gleichgewichtssinn in den Bogengängen.
Wichtige Erkrankungen sind die Otitis media, die Mittelohrentzündung, und der Hörsturz, der als medizinischer Eilfall gilt. Der Morbus Menière zeigt sich durch die klassische Trias aus Drehschwindel, Tinnitus und Hörverlust. Die Mastoiditis, eine Entzündung des Warzenfortsatzes hinter dem Ohr, ist eine gefürchtete Komplikation der Mittelohrentzündung und stellt aufgrund der Nähe zum Gehirn einen Notfall dar.
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👄 12. Die Mundhöhle
Die Mundhöhle bildet den Beginn des Verdauungstraktes und wird von den Lippen, den Wangen, dem Gaumen und dem Mundboden begrenzt.
Zum Aufbau gehören die zweiunddreißig bleibenden Zähne, die Speicheldrüsen und der lymphatische Rachenring, der als erste Abwehrbarriere dient.
Die extrem gute Blutversorgung erfolgt über Äste der Arteria carotis externa. Diese starke Durchblutung ermöglicht die schnelle Resorption von Medikamenten direkt über die Mundschleimhaut, wie wir es beispielsweise beim Nitro-Spray nutzen.
Die Funktion umfasst die mechanische Zerkleinerung der Nahrung, die Einleitung der Kohlenhydratverdauung durch die Amylase im Speichel sowie den koordinierten Schluckakt.
Klinisch wichtig ist die Tonsillitis, die Mandelentzündung. Tr
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